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Wer sind Kosmas und Damian?

Das Brüderpaar lebte als christliche Heiler im Übergang vom 3. zum 4. Jahrhundert. Vermutlich in der heutigen Türkei geboren, wurden sie, wie eine koptische Handschrift bezeugt, in Kyrrhus, im heutigenKosmas und Damian Nordsyrien, etwas 70 km nördlich von Aleppo entfernt, begraben. Ihre Verehrung setzte früh schon im 4. Jahrhundert ein und kam über Konstantinopel bald auch in den Westen. Kyrrhus und Nordsyrien wurde zum Ausgangspunkt ihrer Verehrung und Ort der Hoffnung auf Heilung. Bald nach ihrem Tod wurden Kosmas und Damian Patrone der Kranken und später jener Berufe, die den Krankendienst ausüben.

Kaiser Justinian, der Oströmer, erfuhr der Überlieferung nach Heilung von Krankheit in einer der Kosmas- und Damiankirchen von Konstantinopel und förderte daraufhin ihre Verehrung im oströmischen Reich. Auf dem Gelände des römischen Forums mitten im antiken Rom errichtete Papst Felix IV. im 5. Jahrhundert eine große Kosmas- und Damiankirche, erbaut in der Nähe einer Kastor- und Polluxheilstätte auf den Resten eines antiken Gebäudes. Kosmas und Damian kommen von Ost nach West. Das Essener Stift wurde seit dem 9. Jahrhundert Zentrum der Verehrung jenseits der Alpen und ist es bis heute. Im alten Kölner Dom - am Fest von Kosmas und Damian geweiht – wurden sie in einer Kapelle des Ostchores verehrt. Im 10. Jahrhundert werden sie Konpatrone von St. Pantaleon in Köln. Auch er, Panteleimon, ist einer der großen christlichen Heilerfiguren. Die Hauptlinie der Verehrung war also Kyrrhus - Konstantinopel - Rom - Essen. Ihre große und frühe Bedeutung in der römischen Kirche lässt sich daran erkennen, dass sie Platz im römischen Kanon (1. Hochgebet der Messe) fanden und unter den Heiligen genannt werden. In den Ostkirchen gehören sie bis heute zur lebendigen Tradition der Heiligen und werden in der Liturgie beim Gebet zur Darbringung der Gaben genannt. Ihre Verehrung erreichte auch die Frömmigkeit der Leute. Im Mittelalter gab es in Europa eine breite Tradition der Kosmas- und Damianbruderschaften. Im 19. und 20. Jhd. tritt ihre Verehrung in den Hintergrund. Historisch gesicherte Daten aus ihrem Leben haben wir nicht. Nur eines ist gewiss: sie wirkten als christliche Heiler, dies war ihr Charisma. Eine der Überlieferungen – die syrische - erzählt davon, dass sie stationär, in einem Krankenhaus oder einer Praxis therapierten. In den überlieferten Legenden wird in bunten Geschichten über ihre Heilertätigkeit und in zwei Überlieferungssträngen über ihren Märtyrertod berichtet. Die Ostkirche verehrt drei Brüderpaare. Die Forschung geht davon aus, dass die unterschiedlichen Überlieferungen Folgen von „Kopierfehlern“ sind und historisch auf ein Brüderpaar verweisen, die heilend tätig waren. Man kann also auch mit kritischem Verstand davon ausgehen, dass es Kosmas und Damian als Heilerfiguren wirklich gab.

Kosmas und Damian: Die Heiler des Umsonst
Die beiden Brüder werden auf griechisch auch „hoi hagioi anargyroi“ genannt, d.h. jene die ohne Silber, also umsonst behandelten. Diese Bezeichnung findet man auf vielen Ikonen, die Kosmas und Damian darstellen. Sie ist eine Kurzbezeichnung, an der man sie bis heute erkennt; ein Gattungsbegriff, der in der Überlieferung der Ostkirche für 12 Heilerfiguren, u.a. für den bei uns verehrten Panteleimon (Pantaleon), verwendet wird. Kosmas und Damian werden bei der Aufzählung der anargyroi zumeist zuerst genannt. Das Entscheidende an Kosmas und Damian ist: Sie realisierten in und mit ihrem Leben jenen Sendungsauftrag, den Jesus seinen Jüngern gab:

„Das Himmelreich ist nahe, heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“ (Mt 10, 7-8).

Die heute anbrechende Wirklichkeit Gottes bringt das Evangelium mit dem Vorgang der Heilung in Verbindung. Kosmas und Damian zeigen, wie später noch viele nach ihnen, dass der Krankendienst ins Zentrum der Jesusnachfolge gehört. Die Bezeichnung „hoi hagioi anargyroi“, jene die umsonst behandeln, wird zu einem Stachel in einer Zeit, in der aus nachvollziehbarem und gesellschaftlich legitimiertem Grund jede professionelle Handlung in Pflege und Medizin nach ihrer Finanzierbarkeit befragt wird. Es kann jedoch jenseits eines aufgeklärten Wissens über unser Gesundheitssystem nicht sein, dass staatliche Versicherungssysteme und ihre Leistungen das christliche Heilhandeln bestimmen, wenn anderes notwendig ist. Hier geht es nicht um Naivität, sondern möglicherweise um alternative Ideenentwicklung.

Was heißt Verehrung der beiden Heiligen heute?

Als Heiler auf den Spuren Jesu sind Kosmas und Damian Vor – Bild für uns. Sie verehren heißt deshalb zuerst und entschieden das tun, was sie getan haben. Aber nicht nur dies. Als Jesusjüngerinnen und -jünger Theophanu-Evangeliar (Domschatz Essen) mit Kosmas und Damian -> zum Vergrößern Anklickenbekennen wir im Glaubensbekenntnis die Auferstehung der Toten; die geheimnisvolle und lebendige Gemeinschaft mit denjenigen vor unserer Zeit und mit jenen, die nach uns kommen werden. Unsere Wirklichkeitsbeschreibung als Christen ist eine andere als die vielfach übliche. Mit dem Tod hört das Leben nicht auf. Mit der Auferstehung Jesu wird die Differenz „Leben/Tod“ ersetzt durch jene „Leben/mehr Leben“. Deshalb macht es auch heute Sinn, sich dieser „Freunde in einer anderen Welt“ zu vergewissern, sich unter ihren Schutz zu stellen und ihr „Ab-Bild“ zu ehren.

Verehrung von Kosmas und Damian heißt in kirchlicher Tradition:

-         die beiden Heiligen als lebendige Realität in einer erweiterten Wirklichkeitskonzeption zu begreifen; somit werden sie zu Freunden aus einer anderen Welt;

-         das zu tun, was sie selbst im Hinterhergehen des Jesus von Nazareth getan haben; das ernst zu nehmen, was Jesus zu seinen Jüngern sagte: Opiso mou / hinter mich (Mk 1, 17); das heißt: Seinen Blick einzunehmen und seinen Weg zu gehen.

Mit Kosmas und Damian den Blickwinkel Jesu einzunehmen und hinter dem Herrn hergehen; um nichts anderes geht es. In der spezifischen Berufung von Kosmas und Damian heißt dies: Heilend tätig sein in der Tradition Jesu und dieses umsonst!

Verehrung von Kosmas und Damian kann also heute heißen:

Diakonie bei und mit den Kranken und Gebet.

Aus diesem alten und immer wieder inspirierendem Doppelprogramm ergab sich die Idee der Gründung einer diakonischen (Laien-)Kommunität von Frauen und Männern, welche die therapeutische Dimension des Christlichen Glaubens – wie unzählige vor ihnen und mit ihnen - als ihre Berufung leben wollen. Das Programm der Kommunität ist jenes von Mt 10, 7-8: Heilt und tut dies umsonst. Umsonst hat dabei unterschiedliche Dimensionen: Die Kommunität ist kein Ort für Menschen die in erster Linie Gemeinschaft und Beziehung suchen. Ihre Vergewisserung findet sie im gemeinsamen diakonischen Tun und im gemeinsamen Gebet. Wenn es um die Menschen geht, für und mit denen sich die Gemeinschaft engagiert schließt das umsonst sinnvolle Selbstverantwortung, soweit dies möglich ist, mit ein.